Waldmeister (Bild: Hans/pixabay)
Waldmeister (Bild: Hans/pixabay)

Der Waldmeister (Asperula odorata) gehört zu den Rötegewächsen (Rubiaceae), wie der Färberkrapp oder die Kaffeepflanze. Er ist auch unter den Namen Maiblume, Gliedkraut, Gliedegänge und Halskräutlein bekannt.

Merkmale Der Waldmeister hat einen kriechenden, ausdauernden Wurzelstock. Er treibt einfache, vierkantige, in Quirlen beblätterte Stengel. Die Quirle zählen sechs, oben acht hellgrüne, lanzettliche, am Rande mit feinen Borsten besetzte Blätter. Die Blüten stehen in einem Gipfelstrauß auf dreimal gedreiten Stielen. Sie sind schneeweiß, glockig sternförmig. Die Früchte stellen kleine klettenartige Nüsschen dar. Er blüht im Mai.

Verbreitung und Lebensraum Waldmeister wächst in schattigen Wäldern, vorzugsweise in krautreichen Buchen- oder Laubmischwäldern. In der Pflanzensoziologie ist die Pflanze Fagetalia-(Ordnungs)-Charakterart mit Massen-Schwerpunkt im Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum).

Das Verbreitungsgebiet umfasst Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie Nordamerika.

Inhaltsstoffe Im Kraut kommt Cumaringlycosid vor, das besonders beim verwelkenden Blatt Cumarin abspaltet. Cumarin verursacht den besonderen Waldmeister-Duft. In geringen Mengen kommen zudem vor: das Glucosid Rubichlorsäure (siehe Färberkrapp), und Gerbstoffe.

Verwendung Waldmeister wird im Mai und im Juni gesammelt. Er wird vor allem als Gewürz für die Maibowle verwendet. Außer zur Bowle wurde die Pflanze früher zur Aromatisierung von Süßspeisen, wie z.B. Götterspeise, Limonaden, Eis, Likören, von Bier (Schuss in Berliner Weiße) und Parfümen verwendet. Nahrungsmittel dürfen heute der "Giftigkeit" des Waldmeister wegen nur noch künstlich gefärbt und aromatisiert werden.

In der Homöopathie wird die Essenz aus frischem, vor der Blüte gesammeltem Kraut (D1-D2) bei Metritis, und Colpitis innerlich angewendet. In der Volksmedizin findet der Waldmeister als Antispasmodicum, bei Leberleiden und Gelbsucht Verwendung. (G/O)

Vergiftungen Nach Genuss von Waldmeister kann es zu Kopfschmerzen kommen. Cumarin, das auch in Melilotus-Arten sowie in Anthoxantum odoratum vorkommt, kann beim Menschen in höheren Dosen Schwindel, Schlafsucht oder gar zentrale Lähmung und Atemstillstand im Koma hervorrufen. Solche Vergiftungen sind jedoch beim Genuss cumarinhaltiger Pflanzen wegen des geringen Cumaringehaltes und der geringen Toxizität des Cumarins nicht zu befürchten.

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